Athen stoppt bei Übertritt aus Türkei Asylanträge aus fünf Staaten

07.06.2021 14:52

Athen (dpa) - In Griechenland sollen Menschen aus Somalia, Pakistan,
Afghanistan, Syrien und Bangladesch künftig keinen Asylantrag mehr
stellen können, wenn sie aus der Türkei übersetzen. «Dies ist ein
wichtiger Schritt für die Bekämpfung der illegalen Migration und der
verbrecherischen Aktivitäten der Schleuser», sagte der griechische
Migrationsminister Notis Mitarakis am Montag in einer Erklärung.
Hintergrund sei, dass es sich bei der Türkei um ein sicheres
Drittland handele.

Die Maßnahme stärke zudem die gemeinsame EU-Türkei-Erklärung vom M
ärz
2016. Diese sieht unter anderem vor, dass die Türkei gegen unerlaubte
Migration in die EU vorgeht und Griechenland illegal auf die
Ägäis-Inseln gelangte Migranten zurück in die Türkei schicken kann.

Im Gegenzug übernimmt die EU etwa für jeden zurückgeschickten Syrer
einen syrischen Flüchtling aus der Türkei und unterstützt das Land
finanziell bei der Versorgung der Flüchtlinge.

Aus Kreisen der griechischen Küstenwache hieß es, mit dieser
Entscheidung werde deutlich gemacht, dass Menschen aus den
betroffenen Ländern keine Chance mehr haben, in der EU zu bleiben.

Auf den griechischen Inseln in der östlichen Ägäis leben in den
Registrierungslagern immer weniger Migranten. In seiner jüngsten
Statistik zählt das Bürgerschutzministerium in Athen weniger als 9000
Menschen, die auf den Inseln Lesbos, Chios, Kos, Leros und Samos in
den Lagern ausharren. Noch im vergangenen Jahr waren es mehr als 40
000.



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