Google ändert Regeln für Suchmaschinen-Auswahl bei Android

09.06.2021 12:37

Mountain View (dpa) - Google wird von rivalisierenden
Suchmaschinen-Anbietern kein Geld mehr für die Aufnahme in eine
Auswahlliste auf Android-Smartphones in Europa verlangen. Außerdem
soll die Liste von bisher vier auf bis zu zwölf Dienste erweitert
werden, wie Google in einem Blogeintrag ankündigte.

Google hatte die zusätzliche Auswahlmöglichkeit bei der Neuanmeldung
auf Geräten mit seinem Betriebssystem Android 2019 eingeführt,
nachdem die EU-Kommission dem Konzern unfairen Wettbewerb vorwarf.
Die Kommission störte sich daran, dass Googles Such-App auf den
Geräten standardmäßig vorinstalliert is und viele Nutzer gar nicht
erst dazu kämen, konkurrierende Anbieter in Betracht zu ziehen.

Nach der Lösung, die Google damals vorstellte, werden in die Auswahl
neben der eigenen Suchmaschine drei Konkurrenten aufgenommen, die ein
Bieterverfahren gewinnen. Sie sollen dabei angeben, wie viel sie an
Google zu zahlen bereit wären, wenn sie von den Nutzern ausgewählt
werden. In Deutschland sind aktuell Microsofts Bing sowie info.com
und PrivacyWall die angebotenen Google-Alternativen. Das Verfahren
war von Konkurrenten zum Teil kritisiert worden.

Ab September soll keiner der Anbieter mehr bezahlen müssen, betonte
Google nun am späten Dienstag. Als erste sollen in der Liste die
populärsten fünf Suchmaschinen - inklusive Google - in einem Land
gemäß Daten der Analysefirma Statcounter angezeigt werden. Ihre
Reihenfolge werde jedes Mal nach dem Zufallsprinzip durchgemischt.
Die restlichen sieben Plätze werden mit einer Auswahl der
verbliebenen Anbieter bestückt. Weiter kommen dabei keine
Spezialsuchmaschinen für einzelne Themen wie Reisen oder
Preisvergleiche in die Auswahl.



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