London: Kein Durchbruch bei Gesprächen mit Brüssel zu Nordirland

09.06.2021 14:19

London (dpa) - Bei Gesprächen zwischen Großbritannien und der EU über

die Ausgestaltung der Brexit-Regelungen für Nordirland ist weiterhin
kein Durchbruch in Sicht. Der britische Brexit-Minister David Frost,
der sich am Mittwochmorgen mit EU-Kommissar Maros Sefcovic in London
traf, warf Brüssel vor, einen «extremen und puristischen» Ansatz bei

der Umsetzung zu verfolgen.

Die britische Provinz Nordirland folgt dem Abkommen über den
EU-Austritt Großbritanniens zufolge weiterhin den Regeln des
EU-Binnenmarkts. Damit soll eine Warengrenze zum EU-Mitglied Republik
Irland verhindert werden. Notwendig werden dadurch allerdings
Kontrollen zwischen den anderen Teilen des Vereinigten Königreichs
und Nordirland, die für Schwierigkeiten im Handel sorgen. Beide
Seiten machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. London hatte
teilweise Kontrollen eigenhändig ausgesetzt - Brüssel hatte daraufhin
Klage eingereicht.

In einem Interview mit der BBC sagte Frost am Mittwoch, die britische
Regierung erwäge auch weiterhin «alle Optionen», um weitere Probleme

für den innerbritischen Handel zu verhindern. Die EU rief er zu
«pragmatischen Lösungen» auf, um die Regelungen des sogenannten
Nordirland-Protokolls umzusetzen.



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