Finanzprüfer sehen Besserung bei Anti-Geldwäsche-Kampf des Vatikans

09.06.2021 14:43

Rom (dpa) - Nach Finanzskandalen im Vatikan sehen Prüfer des
Europarates erkennbare Fortschritte beim Vorgehen des Heiligen Stuhls
gegen Geldwäsche. «Seit der letzten Überprüfung hat der Heilige Stu
hl
Schritte unternommen, um die Rahmenbedingungen gegen Geldwäsche und
für den Kampf gegen die Finanzierung von Terrorismus zu verbessern»,
hieß in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des
Expertenausschusses Moneyval im Europarat. Einige Mängel erkannten
die Prüfer noch dabei, wie die Regeln eingehalten werden.

Zur Verbesserung trug laut des Reports bei, dass der Vatikan neue
Gesetze geschaffen und zwei Kommissionen eingerichtet hat, die etwa
die wirtschaftlichen Strukturen prüfen. Insgesamt schätzten die
Prüfer die Gefahr für Geldwäsche beim Heiligen Stuhl als
«mittelniedrig» (medium-low) ein. Den Behörden sei klar geworden,
dass unter anderem Amtsmissbrauch und die Gewährung und Annahme von
Bestechungsgeld zu den Hauptursachen für Geldwäsche zählten. Zuvor
habe die Annahme bestanden, Steuerhinterziehung sei der Hauptgrund.

Der Vatikan begrüßte die Ergebnisse des Berichts. Man nehme die
Effizienz der Maßnahmen, die von den Behörden im Kampf gegen
Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung unternommen wurden, zur
Kenntnis und wolle weiter an der Umsetzung arbeiten, hieß es.

Im Oktober des vergangenen Jahres hatten die Moneyval-Experten
während einer zweiwöchigen Kontrolle die Finanzströme des Vatikans
untersucht. Finanzskandale wie etwa verlustreiche Immobiliendeals in
London hatten das Staatssekretariat des Vatikans in Verruf gebracht.
Papst Franziskus entzog der vatikanischen Spitzenbehörde Ende 2020
die Zuständigkeit und konzentrierte die Kapital- und Immobilienwerte
bei der Güterverwaltung Apsa. Franziskus will für mehr Transparenz in
den Vatikan-Finanzen sorgen.

Moneyval prüft in regelmäßigen Abständen Maßnahmen gegen Geldwä
sche
und Terrorfinanzierung von Staaten. Obwohl der Vatikan nicht
Mitgliedsland des Europarats ist, schaut die Gruppe auch auf den
Heiligen Stuhl.



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