Europäisches Parlament fordert Ende der Käfighaltung

10.06.2021 17:34

Straßburg (dpa) - Das Europaparlament will die Käfighaltung in der
Europäischen Union schrittweise abschaffen. Es solle geprüft werden,
ob die Praxis bis 2027 beendet werden könne, hieß es in einem am
Donnerstag angenommenen Positionspapier. Für die Abschaffung soll es
demnach eine angemessene Übergangsphase geben. Landwirte und
Viehzüchter sollten unterstützt und geschult werden. Auch eingeführte

Tierprodukte sollen nach Willen der Abgeordneten EU-Standards
erfüllen - auch in Bezug auf käfigfreie Haltung.

Die Forderungen des Parlaments gehen auf die Bürgerinitiative
«Schluss mit der Käfighaltung» zurück. Fast 1,4 Millionen Menschen

unterschrieben den Aufruf nach einer artgerechteren Haltung von
Nutztieren. Dem Organisatoren der Initiative zufolge leben in Europa
Hunderte Millionen Legehenne, Hasen, Schweine, Kälber und Enten in
Käfigen.

Einige Verbote zur Käfighaltung gibt es in der EU aber bereits.
Reizarme Käfigbatterien für Legehennen dürfen seit bald zehn Jahren
nicht mehr verwendet werden, für Kälberboxen und die Kastenhaltung
von Sauen gibt es Teilverbote.

EU-Vizekommissarin Stella Kyriakides sagte, die Kommission befasse
sich mit den Forderungen der Initiative. Die Frage sei nicht, ob man
die Ziele angehen solle, sondern wie ein Ende der Käfighaltung für
bestimmte Tierarten erreicht werden könne. Matthias Wolfschmidt von
der Verbraucherorganisation Foodwatch sagte, die Kommission habe die
moralische Verpflichtung, die grausame Praxis endgültig zu beenden.
«Es ist höchste Zeit, dass die EU für alle landwirtschaftlichen
Nutztiere Haltungsbedingungen und Gesundheitsschutz per Gesetz so
vorschreibt, dass wir Tiere wirklich nachhaltig schützen.»

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) begrüßte den
Vorstoß. Neben einem europaweiten Verbot von Käfighaltung sei aber
auch eine klare Kennzeichnung zur Haltung bei Produkten, in denen
Eier verarbeitetet sind, wichtig.



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