Transatlantik-Koordinator: Raus aus dem Schlafwagenmodus

11.06.2021 04:00

Berlin (dpa) - Angesichts der Spannungen mit Russland und China wirbt
der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, für
eine Erneuerung der Allianz zwischen Europäischer Union und den USA.
«Wir müssen raus aus dem transatlantischen Schlafwagenmodus - und
einen ersten Schritt gehen hin zu einer kraftvollen Vertiefung der
Allianz auf Augenhöhe zwischen der Europäischen Union und den
Vereinigten Staaten», schrieb der CDU-Politiker in einem am Freitag
vom Nachrichtenportal t-online veröffentlichten Gastbeitrag. «Nur so
wird der Westen die Herausforderungen China und Russland meistern.»
Dazu sollten die Europäer die erste Auslandsreise von US-Präsident
Joe Biden in seinem Amt nutzen.

Biden ist seit Mittwochabend in Großbritannien, wo er ab diesen
Freitag am Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben
großen Industrienationen teilnimmt. Am Montag nimmt Biden am
Nato-Gipfel in Brüssel teil, wo am Tag darauf ein Spitzentreffen mit
EU-Vertretern auf dem Programm steht. Am Mittwoch kommender Woche ist
dann ein mit Spannung erwartetes Gipfeltreffen Bidens mit dem
russischen Präsidenten Wladimir Putin in Genf angesetzt, bevor der
US-Präsident nach Washington zurückkehrt.

Beyer schrieb weiter, nötig sei eine «Allianz der Stärke, ein Neuer
Westen». Die westlichen Demokratien stünden unter Druck. Im Innern
kämpften populistische und nationalistische Kräfte gegen «unsere
weltoffenen Werte». Und von außen strömten die Herausforderungen nur

so auf den Westen ein: zwei mächtige Systemrivalen China und
Russland, Pandemie und Migration, Terrorismus und gescheiterte
Staaten in der Nähe Europas, vor allem im Nahen Osten und in
Nordafrika. «Zusammen sind Europa und Nordamerika sehr stark»,
schrieb Beyer. «Wenn wir in den nächsten Jahren diesen Vorteil nicht
ausspielen, werden wir das ökonomisch, ökologisch und
sicherheitspolitisch bitter bereuen.»



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