Brexit: EU-Kommissar Breton zieht negative Bilanz für Großbritannien

23.06.2021 13:40

London/Brüssel (dpa) - Der Brexit hat Großbritannien aus Sicht der
EU-Kommission geschwächt und international isoliert. EU-Kommissar
Thierry Breton zog zum fünften Jahrestag des Votums der Briten für
den EU-Austritt im «Guardian» am Mittwoch eine negative Bilanz. Die
Brexit-Versprechen hätten sich nicht erfüllt. «Was wir sehen, ist so

ziemlich das Gegenteil», sagte Breton der Zeitung.

Die Wirtschaftsleistung in Großbritannien sei während der Pandemie
2020 stärker gefallen als in Deutschland, Frankreich und Italien.
Trotz des erwarteten Aufschwungs dieses Jahr «wird die Unsicherheit
rund um den Brexit langfristig eindeutige Auswirkungen auf das
Vertrauen von Unternehmen und Investoren haben», sagte Breton.

Der Warenhandel zwischen Großbritannien und der EU habe einen
«spektakulären Rückgang» erlebt. «Die britische Wirtschaft sagt,
der
Brexit sei derzeit ihre größte Herausforderung im Import und Export»,

sagte Breton. Die Abwanderung von gelernten und ungelernten
Arbeitskräften aus Großbritannien habe stark zugenommen, und in
vielen Branchen fehlten Arbeitskräfte.

Bei einer Volksabstimmung am 23. Juni 2016 hatte sich eine knappe
Mehrheit der beteiligten Wähler in Großbritannien für einen Austritt

ihres Landes aus der Europäischen Union ausgesprochen. Dieser wurde
Ende Januar 2020 vollzogen. Zum Januar 2021 verließ Großbritannien
nach einer Übergangsfrist auch den Binnenmarkt und die Zollunion.

Premierminister Boris Johnson betonte am Mittwoch noch einmal die
Chancen des Brexits. Man werde die Freiheiten nutzen, um
Investitionen und Innovationen voranzubringen und Arbeitsplätze zu
schaffen.



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