EU will Einheit gegen Cyberangriffe aufbauen

23.06.2021 14:04

Brüssel (dpa) - Angesichts steigender Bedrohungen durch
Hackerangriffe will die EU-Kommission eine Einheit für
Cybersicherheit aufstellen. Expertinnen und Experten sollen
Mitgliedstaaten künftig vor Ort bei der Abwehr von Cyberattacken
unterstützen. Außerdem ist geplant, Informationsflüsse zu bündeln,
um
besser gegen große Angriffe gewappnet zu sein.

«Cybersicherheit bedroht unsere Werte, unseren Lebensstil, unsere
Gesellschaft, unsere Prinzipien - und deswegen müssen wir es
gemeinsam angehen», sagte Vizekommissionspräsident Margaritis Schinas
am Mittwoch zur Vorstellung des Konzepts in Brüssel. Die Bedrohungen
seien in letzter Zeit exponenziell gestiegen. Zuletzt war etwa der
irische Gesundheitsdienst von einer Ransomware-Attacke betroffen. Mit
solchen Attacken werden Daten verschlüsselt und Lösegeld erpresst.

Nach Vorstellung der EU-Kommission sollen solche Angriffe künftig
schneller identifiziert und bekämpft werden. Die Cybereinheit soll
bis Mitte 2022 ihre Arbeit aufnehmen und ein Jahr später komplett
aufgebaut sein. Bevor das Projekt starten kann, müssen allerdings
noch die EU-Staaten zustimmen.

Die Einheit ist Teil einer EU-weiten Strategie für Cybersicherheit.
Diese wurde von der Kommission im Dezember vorgelegt und im März von
den EU-Staaten verabschiedet. Die EU will mithilfe der Strategie
kritische Bereiche wie Krankenhäuser, Energienetze oder Rechenzentren
besser vor Hackerangriffen schützen. Zugleich soll mittels
Kooperationen mit internationalen Organisationen auf das Ziel eines
offenen und globalen Internets hingearbeitet werden.



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