Merkel kritisiert Ungarns Gesetz zu Homosexualität als falsch

23.06.2021 15:09

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das
umstrittene ungarische Gesetz zur Einschränkung von Informationen
über Homosexualität und Transsexualität scharf kritisiert. Sie halte

dieses Gesetz für «falsch und auch mit meinen Vorstellungen von
Politik nicht vereinbar», sagte Merkel am Mittwoch in einer Befragung
im Bundestag in Berlin. «Wenn man homosexuelle, gleichgeschlechtliche
Lebenspartnerschaften erlaubt, aber die Aufklärung darüber an anderer
Stelle einschränkt, dann hat das auch mit Freiheit von Bildung und
ähnlichem zu tun», sagte Merkel. «Also das ist für mich etwas, was

ich politisch ablehne.»

Merkel wollte dies aber nicht als Grundsatzkritik an Ungarn
verstanden wissen. «Meine Haltung Ungarn gegenüber ist sehr
freundschaftlich verbunden, aber wenn es politische Differenzen gibt,
werden sie benannt.»

Das in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligte
Gesetz sieht unter anderem ein Verbot von Büchern, Filmen und anderen
Inhaltsträgern vor, die Kindern und Jugendlichen zugänglich sind, und
in denen Sexualität dargestellt wird, die von der heterosexuellen
abweicht. Darüber hinaus soll Werbung verboten werden, in der
Homosexuelle oder Transsexuelle als Teil einer Normalität erscheinen.



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