EU-Gesundheitsbehörde rechnet mit starker Delta-Ausbreitung in Europa

23.06.2021 15:30

Stockholm (dpa) - Die zunächst in Indien aufgetretene Delta-Variante
des Coronavirus wird sich nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde
ECDC im Laufe des Sommers deutlich in Europa ausbreiten. «Es ist sehr
wahrscheinlich, dass die Delta-Variante während des Sommers stark
zirkulieren wird», erklärte ECDC-Direktorin Andrea Ammon am Mittwoch.
Dies gelte ganz besonders für Jüngere, die nicht zu den Zielgruppen
der Impfkampagnen gehörten. Dies könne ein Risiko verursachen, dass
sich gefährdetere Personen anstecken und einen schwerwiegenden
Krankheitsverlauf erleben oder sterben könnten, wenn sie nicht
vollständig geimpft seien.

Den verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge sei die
Delta-Variante (B.1.617.2) um 40 bis 60 Prozent übertragbarer als die
zunächst in England aufgetretene Alpha-Variante (B.1.1.7), erklärte
die in Stockholm ansässige Behörde. Sie rechnet deshalb damit, dass
schon Anfang August 70 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in der
Europäischen Union und den mit ihr verbundenen Ländern Norwegen,
Island und Liechtenstein auf Delta zurückzuführen sein werden. Ende
August dürften es dann bereits 90 Prozent sein.

Unerfreulicherweise zeigten vorläufige Daten, dass sich auch Menschen
mit der Delta-Variante anstecken könnten, die erst eine Dosis der
derzeit verfügbaren Impfstoffe erhalten hätten, erklärte Ammon. Die
gute Nachricht sei dagegen, dass zwei Impfdosen einen hohen Schutz
gegen diese Variante und ihre Folgen böten. Ein sehr hohes Tempo bei
den Impfkampagnen sei deshalb äußerst wichtig. Zu diesem Zeitpunkt
sei zudem entscheidend, die Zweitimpfung innerhalb der geringsten
zugelassenen Zeitspanne nach der Erstimpfung zu verabreichen, um
Gefährdete zu schützen. Noch immer bestehe für zu viele Menschen das

Risiko, ernsthaft an Covid-19 zu erkranken.



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