Medien dokumentieren Zurückweisungen von Migranten an EU-Außengrenze

23.06.2021 20:26

Berlin (dpa) - Mehrere Medien haben nach eigenen Angaben und nach
gemeinsamer Recherche sogenannte Pushbacks von Migranten an der
kroatischen Grenze zu Bosnien-Herzegowina dokumentiert. Bei Pushbacks
handelt es sich um illegale Zurückweisungen von Migranten, nachdem
diese die Grenze zu einem Land bereits übertreten haben. Der
«Spiegel» hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit Lighthouse Reports,
dem Schweizer SRF, dem ARD-Studio Wien und der kroatischen Zeitung
«Novosti» solche Aktionen an der Grenze gefilmt. Ein Zusammenschnitt

des Videomaterials wurde am Mittwochabend von mehreren der
beteiligten Medien online veröffentlicht.

Die Aufnahmen sollen zeigen, wie kroatische Polizisten und
Grenzschützer Migranten aus Kroatien und damit aus der EU zurück in
bosnische Wälder schicken. Die Migranten, darunter auch Kinder,
berichten den Journalisten in dem Video unter anderem, dass sie
geschlagen worden seien. Zudem seien ihnen in Kroatien die
Handykameras zerstört worden, damit sie keine Aufnahmen der
Geschehnisse machen können.

Über Pushbacks an der kroatischen Grenze, einer Außengrenze der EU,
wird immer wieder berichtet. Die kroatische Regierung teilte nach
Angaben des «Spiegel» zu den neuen Aufnahmen mit, dass es sich um
legale Einreiseverweigerungen direkt an der Grenze handele. Nach
Angaben des «Spiegel» haben die angetroffenen Migranten berichtet,
dass sie zum Teil schon tief ins kroatische Territorium vorgedrungen
waren.



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