Athen will Litauen bei der Migrationskrise mit Weißrussland helfen

15.07.2021 15:57

Athen (dpa) - Griechenland will Litauen mit Experten und technischen
Mitteln helfen, den Flüchtlingsstrom aus Weißrussland einzudämmen.
Dies teilte die Regierungschefin des baltischen Staates Ingrida
Simonyte am Donnerstag nach einem Treffen mit dem griechischen
Regierungschef Kyriakos Mitsotakis mit. «Wir wollen von den
Erfahrungen Griechenlands lernen», sagte Simonite im griechischen
Staatsfernsehen. Athen kontrolliert scharf seine See- und Landgrenze
zur Türkei. Versuche von Migranten zu den griechischen Inseln
überzusetzen werden im Meer gestoppt und die Boote zum Umdrehen
gezwungen. «Griechenland ist engagiert, seine Grenzen, die auch
EU-Grenzen sind, zu schützen», sagte Mitsotakis. 

Athen und die EU waren im Februar 2020 mit einem großen
Flüchtlingsstrom aus der Türkei konfrontiert. Ankara hatte damals
erklärt, die Grenze zur Europäischen Union sei offen. Daraufhin
machten sich Tausende Migranten innerhalb der Türkei auf den Weg.
Beamte der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex und griechische
Sicherheitskräfte verhinderten damals die meisten Übertritte.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bedankte sich bei den
Griechen dafür, der «europäische Schild» zu sein.

Litauen ist mit einer ähnlichen Situation konfrontiert: Der
belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat der EU wiederholt
damit gedroht, als Reaktion auf die gegen Minsk verhängten Sanktionen
massenweise Flüchtlinge aus Kriegsgebieten passieren zu lassen. In
den vergangenen Tagen hatten mehrere Hundert Migranten die Grenze
Weißrusslands nach Litauen passiert und waren so in der EU
angekommen.  



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