EU-Kommission nimmt neue Waldstrategie gegen Klimawandel an

16.07.2021 15:58

Brüssel (dpa) - Im Kampf gegen den Klimawandel hat die EU-Kommission
am Freitag eine neue Waldstrategie angenommen, die beinhaltet, dass
bis 2030 drei Milliarden zusätzliche Bäume in der EU gepflanzt werden

sollen. «Der richtige Baum am richtigen Ort und für den richtigen
Zweck», teilte die EU-Kommission am Freitag mit. Das Vorhaben gehört
zum Klimaschutzpaket «Fit for 55». Es soll den EU-Staaten
ermöglichen, die Treibhausgase bis 2030 um mindestens 55 Prozent
unter den Wert von 1990 zu drücken.

Wälder seien essenzielle Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel,
da sie CO2 binden. Aus diesem Grund sollen unter anderem mehr Wälder
entstehen und die bestehenden Wälder nachhaltiger bewirtschaftet
werden. Die geplante Forstwirtschaftsstrategie sei die bisher «klima-
und biodiversitätsfreundlichste», so die EU-Kommission.

Dem widerspricht Alois Vedder, der Leiter für den Bereich Politik bei
der Naturschutzorganisation WWF und nennt die Strategie
«enttäuschend». Vedder zufolge fehlen verbindliche Schritte - wie ein

Verbot von Kahlschlägen. Die EU-Kommission habe sich zu sehr den
Interessen der Forstindustrie gebeugt. «Herausgekommen ist ein
weichgespültes Papier, das uns kaum voranbringt.»

Der gleichen Meinung ist der Präsident des Naturschutzbundes Nabu,
Jörg-Andreas Krüger. Ein guter Entwurf der EU-Kommission sei vor
allem durch den Einfluss des deutschen Landwirtschaftsministeriums
deutlich abgeschwächt worden. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg
zeigte sich auf Twitter unzufrieden. Sie kritisierte unter anderem,
dass die Forderungen indigener Volksgruppen keine Beachtung gefunden
hätten. Der EU-Landwirtschaftsverband Copa-Cogeca kritisierte
hingegen, dass die Strategie keine Investitionen für eine nachhaltige
wirtschaftliche Nutzung der Wälder vorsehe.



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