Türkei verurteilt EuGH-Entscheidung zum Kopftuchverbot

18.07.2021 12:13

Istanbul (dpa) - Die Türkei hat eine Entscheidung des Europäischen
Gerichtshofs verurteilt, wonach ein Kopftuchverbot vonseiten des
Arbeitgebers unter bestimmten Umständen erlaubt ist. Dabei handele es
sich um eine klare Verletzung der Religionsfreiheit, teilte das
Außenministerium in Ankara am Sonntag mit. Die Entscheidung werde die
Islamophobie anheizen und sei daher «gefährlich», hieß es.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte am Donnerstag vor dem
Hintergrund von zwei Streitfällen in Deutschland entschieden, dass
ein Kopftuchverbot gerechtfertigt sein kann, wenn der Arbeitgeber
gegenüber Kunden ein Bild der Neutralität vermitteln oder soziale
Konflikte vermeiden will. Zugleich machten die Richter allerdings
deutlich, dass dann auch keine anderen sichtbaren Bekundungen
politischer, weltanschaulicher oder religiöser Überzeugungen erlaubt
sein dürfen.

Die Türkei ist ein mehrheitlich muslimisches Land mit einer säkularen
Verfassung. Unter der Regierung der islamisch-konservativen AKP, die
seit 2002 an der Macht ist, wurde ein Kopftuchverbot in staatlichen
Einrichtungen nach und nach aufgehoben.



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