USA verurteilen Öffnung von Varosha als inakzeptabel und provokativ

21.07.2021 09:49

Washington (dpa) - Die USA haben eine geplante weitere Öffnung der
einst von griechischen Zyprern bewohnten Küstensiedlung Varosha als
inakzeptabel verurteilt. Dieser Schritt sei eindeutig unvereinbar mit
Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, hieß es am Dienstagabend
(Ortszeit) in einer Mitteilung des US-Außenministers Antony Blinken.
«Die Vereinigten Staaten betrachten das Vorgehen der türkischen
Zyprioten in Varosha mit Unterstützung der Türkei als provokativ,
inakzeptabel und unvereinbar mit ihren früheren Verpflichtungen, sich
konstruktiv an Gesprächen zur Beilegung des Konflikts zu beteiligen.»

Die Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt.
Nordzyperns Präsident Ersin Tatar hatte am Dienstag angekündigt, in
einem kleinen Teil Varoshas den Status als militärisches Sperrgebiet
aufzuheben und damit weitere Flächen des Stadtteils in Famagusta
zugänglich zu machen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan
sprach von einer «neuen Ära» für die frühere Touristenhochburg
Varosha. Die zyprische Regierung in Nikosia dagegen reagierte empört
auf den Schritt ausgerechnet am Jahrestag der Teilung der
Mittelmeerinsel. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borell nannte die
Entscheidung «inakzeptabel» und einseitig. Das türkische
Außenministerium erklärte am Dienstag dazu, Borells Äußerung sei ei
n
weiterer Beweis dafür, wie abgekoppelt die EU von den Realitäten in
Zypern sei.

«Wir fordern die türkischen Zyprioten und die Türkei auf, ihre heute

verkündete Entscheidung und alle seit Oktober 2020 unternommenen
Schritte rückgängig zu machen», so das US-Außenministerium weiter.

Die USA wollten im UN-Sicherheitsrat auf eine starke Reaktion
drängen. Provokative einseitige Aktionen, welche die Spannungen auf
der Insel erhöhten und die Bemühungen um eine Wiederaufnahme der
Gespräche zur Beilegung des Zypernkonflikts behinderten, sollten
vermieden werden.



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