EU-Kommission: 900-Millionen-Hilfe für Alitalia war rechtswidrig

10.09.2021 12:32

Brüssel (dpa) - Die italienische Fluggesellschaft Alitalia hat nach
Ansicht der Wettbewerbshüter der EU-Kommission rechtswidrige
staatliche Beihilfen in Höhe von 900 Millionen Euro erhalten. Italien
müsse das Geld daher zuzüglich Zinsen von Alitalia zurückfordern,
teilte die Brüsseler Behörde am Freitag mit. So könne zur
Wiederherstellung fairer Wettbewerbsbedingungen in der europäischen
Luftverkehrsbranche beigetragen werden, sagte die
EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Italien hat die seit Jahren auf Staatshilfe angewiesene
Fluggesellschaft immer wieder mit Finanzspritzen gestützt. Nach
Angaben der EU-Kommission machte sie seit 2008 Verluste. Bei
den beanstandeten Hilfen gehe es um Zahlungen, mit denen Alitalia
seinen Betrieb habe aufrechterhalten können. Dem Unternehmen sei im
Mai 2017 ein Darlehen in Höhe von 600 Millionen Euro und einige
Monate später ein weiteres Darlehen in Höhe von 300 Millionen gewährt

worden.

Mitte Juli war bekanntgeworden, dass nach monatelangem Ringen der
Start der Nachfolge-Fluggesellschaft der angeschlagenen Alitalia
näher rückt. Die Diskussion mit der EU-Kommission über Gründung der

Italia Trasporto Aereo (Ita) sei positiv abgeschlossen worden, so das
italienische Wirtschafts- und Finanzministerium. Die ersten Flüge von
Ita sollen am 15. Oktober starten. Die Europäische Kommission stellte
nach eigenen Angaben fest, dass Ita nicht der wirtschaftliche
Nachfolger von Alitalia ist und deshalb die 900 Millionen Euro nicht
zurückzahlen muss.



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