Lage in Auffanglagern auf Ägäis-Inseln entspannt sich weiter

10.09.2021 16:50

Athen (dpa) - Die Lage in den Auffanglagern auf den griechischen
Inseln im Osten der Ägäis entspannt sich immer mehr. «Nach mehreren
Jahren ist die Zahl (der Migranten) auf allen Inseln unter 5000
gefallen», erklärte der griechische Migrationsminister Notis
Mitarakis am Freitag. Auf Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos
registriert das Athener Migrationsministerium nun 4906 Menschen. 2020
lag die Zahl über mehrere Monate hinweg bei gut 40 000.

Auf der Insel Samos soll in den kommenden Tagen ein neues Lager
eröffnet werden. Dort werden die Menschen alle in Containerwohnungen
und nicht mehr in Zelten oder selbstgebastelten Hütten leben, teilte
das Migrationsministerium weiter mit. Das provisorische Lager von
Samos mit einer Aufnahmekapazität für 650 Menschen beherbergte am
Freitag etwa 550 Migranten. Noch vor wenigen Monaten harrten dort
mehr als 6000 Menschen aus.

Die meisten Migranten leben noch auf der Insel Lesbos. Im Lager bei
Kara Tepe (auch Mavrovouni) mit einer Aufnahmekapazität für 8000
Menschen harren nach jüngsten Angaben des Migrationsministeriums in
Athen noch 3122 Menschen aus. Knapp 1000 Migranten leben in kleineren
Unterkünften von Hilfsorganisationen oder Wohnungen auf den Inseln im
Osten  der Ägäis.   

Athen hat in den vergangenen Monaten die Patrouillen seiner
Küstenwache in dem Meerengen mit der Türkei erhöht. Schleusern
gelingt es kaum noch, Menschen von der türkischen Küste nach
Griechenland und damit auch in die EU zu bringen.

Hilfsorganisationen kritisieren, dass es seitens der Griechen
illegale Zurückweisungen in die Türkei gebe - sogenannte Pushbacks.
Die griechische Regierung hingegen argumentiert damit, die eigenen
Landesgrenzen, die auch EU-Grenzen sind, zu schützen.



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