Weber will schnellen Aufbau von EU-Eingreiftruppe und Cyberabwehr

12.09.2021 01:33

Berlin (dpa) - Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber fordert, den
Aufbau gemeinsamer militärischer Kapazitäten in der EU schnell
voranzubringen. Man dürfe nicht auf die nächste Krise warten, sagte
der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament
den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Ich will die europäische Armee
langfristig. Wir erreichen sie aber nicht mit irgendwelchen
Wunschträumen, sondern wenn wir jetzt Schritt für Schritt
vorangehen.»

Die militärische Abhängigkeit von den USA beim Evakuierungseinsatz in
Afghanistan hatte in der EU die Diskussion über den Aufbau einer
schnell einsatzfähigen Eingreiftruppe mit mindestens 5000 Soldaten
befeuert. «Die nationalen Armeen bleiben natürlich weiter die
Hauptpfeiler der Verteidigung. Aber wir brauchen schrittweise
europäische Kapazitäten: eine europäische Eingreiftruppe mit einigen

Tausend Mann. Und außerdem eine Cyberabwehr-Brigade», so der
CSU-Vize. Angriffe auf digitale europäische Infrastruktur seien
mittlerweile ein «täglich stattfindender Krieg im Netz». «Bei diese
r
Dimension ist ein nationaler Ansatz allein nicht ausreichend.»

«Wir haben Hunderttausende Soldaten unter Waffen. Wir haben kein
Problem mit der Masse, aber mit den Fähigkeiten und Strukturen. Wir
schaffen es nicht, in Kabul den Flughafen zu sichern. Das ist eine
Frage von Willen, von Kommando und von Durchsetzung», sagte Weber
weiter. «Die Europäer müssen sich nur die Landkarte in unserer
Nachbarschaft anschauen. Belarus, Ukraine, Nordafrika, Naher Osten -
diese Probleme werden die Amerikaner nicht für uns lösen. Wir müssen

jetzt endlich Verantwortung übernehmen und eigenständig handeln.»



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