Studie sieht steigende Preise für Agrarprodukte wegen EU-Strategie

13.09.2021 11:24

Kiel (dpa) - Die veränderte Agrar- und Umweltpolitik der Europäischen
Union (EU) könnte laut einer Studie zu deutlich höheren Preisen für
Agrarprodukte führen. Bei vollständiger Umsetzung der Farm to Fork
Strategie und der Biodiversitätsstrategie würde die Produktion etwa
bei Getreide, Ölsaaten und Rindfleisch um 20 Prozent sinken, wie aus
der am Montag veröffentlichten Studie der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hervorgeht. Der Direktor des
Instituts für Agrarökonomie, Christian Henning, hat die Arbeit im
Auftrag verschiedener Agrarverbände angefertigt.

Der Produktionsrückgang würde nach Hennings Berechnungen zu
Preissteigerungen in der EU führen, die von 10 bis 20 Prozent bei
Obst, Gemüse, Ölsaaten und Getreide, mehr als 30 Prozent für
Rohmilch, rund 50 Prozent für Schweinefleisch und bis fast 60 Prozent
für Rindfleisch reichen. Der von der EU gewünschte Rückgang der
Treibhausgas-Emissionen würde sich der Studie zufolge weltweit
betrachtet nicht einstellen. Einsparungen in der EU würden durch die
Landwirtschaft außerhalb der EU und durch einen Wandel in der
Landnutzung vollständig ausgeglichen.

Mit der Farm to Fork Strategie und der Biodiversitätsstrategie will
die EU eine umweltfreundlichere Landwirtschaft durchsetzen. Dazu
gehören die Verringerung des Einsatzes von Düngemitteln und
Pestiziden sowie eine deutliche Ausweitung der biologischen
Landwirtschaft.

Die auftraggebenden Verbände, darunter der Deutsche Bauernverband und
der Industrieverband Agrar, forderten die EU auf, die Vorgaben noch
einmal auf Wirksamkeit und negative Effekte zu prüfen. Die
EU-Kommission müsse sicherstellen, dass der angestrebte Umbau nicht
auf dem Rücken der Agrarwirtschaft stattfinde.



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