London setzt nach Brexit stärker auf Handel mit Ostasien

14.09.2021 18:45

London (dpa) - Nach dem Brexit will Großbritannien seine
Handelspolitik stärker auf aufstrebende Wirtschaftskräfte in Südost-

und Ostasien ausrichten. Ein am Dienstag veröffentlichter Bericht des
Ministeriums für internationalen Handel kommt zu dem Schluss, das
Zentrum der globalen wirtschaftlichen Gravitation entferne sich von
Europa und verschiebe sich zum Indopazifik. Zudem werde sich die
weltweite Nachfrage nach britischen Digital- und
Finanzdienstleistungen in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich
verdoppeln. Ressortchefin Liz Truss kündigte ein «globales Netzwerk
von Handelsabkommen der nächsten Generation» an.

Truss forderte ein forscheres Vorgehen und machte die jahrzehntelange
britische EU-Mitgliedschaft für eine «defensive» Haltung
verantwortlich. «Verständlicherweise haben wir nach 50 Jahren in der
protektionistischen EU vergessen, welche Handelsmacht wir waren»,
sagte die Ministerin in einer Rede vor einer Denkfabrik. Manchmal
fehle es an Selbstvertrauen. «Um neue Möglichkeiten zu nutzen, müssen

wir einige unserer veralteten Annahmen und Einstellungen über Bord
werfen.»

Großbritannien hatte zum 1. Januar auch die EU-Zollunion sowie den
Binnenmarkt verlassen. Seitdem hat der Handel mit der EU vor allem
wegen neuer Zoll- und Bürokratievorschriften deutlich nachgegeben.



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