Streit um Bewertung der Atomkraft - Spiegel gegen EU-Pläne

15.09.2021 10:29

Mainz (dpa/lrs) - In der Energieministerkonferenz der Länder setzt
sich Rheinland-Pfalz gegen Pläne der EU ein, Investitionen in die
Atomenergie als nachhaltig einzustufen. Das Klimaschutz- und
Energieministerium in Mainz legte am Mittwoch einen entsprechenden
Antrag zum Auftakttreffen der Energieminister im Oktober vor.

«Atomenergie ist weder klimaneutral noch nachhaltig - Atomenergie ist
eine Risikotechnologie», erklärte Energieministerin Anne Spiegel
(Grüne). «Folglich dürfen auch Investitionen in Atomenergie nicht als

nachhaltig gelten.»

In dem Streit geht es um die so genannte Taxonomie-Verordnung der
Europäischen Union. Sie soll helfen, in klimafreundliche und
nachhaltige Unternehmen und Branchen zu investieren. Das von der
EU-Kommission beauftragte Joint Research Centre hat sich dafür
ausgesprochen, Investitionen in Atomenergie als nachhaltig zu
klassifizieren.

Wer Atomenergie als klimaneutral bezeichne, ignoriere die etwa beim
Uranabbau entstehenden CO2-Emissionen ebenso wie Folgekosten bei der
Lagerung von Atommüll, erklärte Spiegel. «Es ist deshalb an der Zeit,

der Atomenergie in ganz Europa den Stecker zu ziehen.» In dem Antrag
wird die Bundesregierung aufgefordert, sich für einen möglichst
schnellen Atomausstieg in der gesamten EU einzusetzen.



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