Innenminister rechnen auch nach Corona mit mehr Arbeit für Polizei

15.09.2021 12:47

Berlin (dpa) - Auch nach einem Ende der Corona-Krise wird sich das
Problem der vielen Überstunden bei den Polizeibehörden aus Sicht der
Innenminister nicht in Luft auflösen. Corona sei «nur noch ein
Vehikel für Demokratieverachtung», sagte Berlins Innensenator Andreas
Geisel (SPD) am Mittwoch beim Europäischen Polizeikongress in Berlin.
Die während der Pandemie entstandene Protestbewegung, aus der heraus
auch bürgerlich wirkende Demonstranten auf Polizisten losgingen,
werde nicht einfach verschwinden.

Sein sächsischer Amtskollege, Roland Wöller (CDU), sagte: «Wir
brauchen mehr Personal. Die Aufgaben werden größer.» Im Landtag werde

meist über Fußstreifen und die Präsenz der Polizeibeamten vor Ort
gesprochen. Doch auch der öffentlich weniger sichtbare Kampf gegen
Terrorgefahr, Cyberkriminalität und grenzüberschreitende Kriminalität

seien enorm personalintensiv.

Geisel sagte, Überlegungen, in Berlin die Zahl der Einsatzereignisse
zu reduzieren, seien bisher «schlicht nicht aufgegangen». Wenn sich -
wie in Berlin geschehen - trotz der Regeln zur Eindämmung der
Corona-Pandemie Tausende im Park träfen und dann auch noch Flaschen
flögen, müsse die Polizei vor Ort sein und handeln. Inzwischen denke
man darüber nach, ob «der recht hoch gewählte Personalansatz»
wirklich in jedem Fall erforderlich sei. «Aber ich bekenne, so den
Königsweg an dieser Stelle, den haben wir noch nicht gefunden», fügte

er hinzu.



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