EU-Arzneimittelbehörde prüft Zulassung von Corona-Medikament

11.10.2021 16:25

Amsterdam (dpa) - Die europäische Arzneimittelbehörde Ema prüft die
Zulassung eines weiteren Corona-Medikaments. Das Schweizer
Pharmaunternehmen Roche habe einen Antrag auf Zulassung seiner
Antikörper-Therapie Ronapreve gestellt, teilte die Ema am Montag in
Amsterdam mit. Mit dem aus zwei Wirkstoffen (Casirivimab und
Imdevimab) bestehenden Mittel, das vom US-amerikanischen Hersteller
Regeneron Pharmaceuticals mitproduziert wurde, sollen Menschen ab 12
Jahre behandelt werden, die mit dem Coronavirus infiziert sind und
ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben.

Zusätzlich kann das Mittel nach Angaben der Hersteller auch bei
Menschen eingesetzt werden, die ein akutes Ansteckungsrisiko haben,
etwa weil sie mit einem Infizierten in einem Haushalt leben.

Erst kürzlich hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
den Cocktail aus Casirivimab und Imdevimab zur Vorbeugung einer
schweren Covid-19-Erkrankung bei infizierten Risikopatienten
empfohlen. In Deutschland wird diese Antikörper-Kombination bereits
in speziellen Fällen für Corona-Patienten eingesetzt.

Die Experten der Ema bewerten nun alle vorgelegten Daten und wägen
Vorzüge und Nachteile des Präparates gegeneinander ab. Mit einem
Ergebnis werde in zwei Monaten gerechnet. Die Experten hatten bereits
Forschungsergebnisse des Herstellers geprüft, bevor dieser einen
offiziellen Antrag gestellt hatte. Dadurch wird das
Zulassungsverfahren verkürzt.

Bisher ist in der EU nur das Arzneimittel Remdesivir als spezielles
Corona-Medikament zugelassen. Zur Zeit laufen insgesamt
Zulassungsverfahren für fünf Präparate.



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