Ostsee: Gezielter Fang von Hering und Dorsch wird stark eingeschränkt

12.10.2021 13:12

Luxemburg (dpa) - Fischer dürfen in der westlichen Ostsee künftig
keinen Dorsch und zumeist keinen Hering mehr gezielt fangen. Die
EU-Länder haben sich nach mehr als 24 Stunden Verhandlung am Dienstag
darauf geeinigt, dass lediglich Beifang in Höhe von knapp 490 Tonnen
Dorsch und 788 Tonnen Hering möglich sein soll, teilten die EU-Länder
mit. Vergangenes Jahr durften EU-weit noch 1600 Tonnen westlicher
Hering und 4000 Tonnen westlicher Dorsch gefangen werden. Hintergrund
der neuen Regeln sind besorgniserregende Entwicklungen vieler
Fischbestände in der Ostsee.

Damit folgen die Länder beim Hering dem Vorschlag der EU-Kommission,
beim westlichen Dorsch übersteigt die Einigung den Vorschlag der
Brüsseler Behörde um rund 165 Tonnen. Für Deutschland bedeutet das,
dass 435 Tonnen westlicher Hering und 104 Tonnen westlicher Dorsch
gefangen werden dürfen.

In der Einigung findet sich eine Ausnahmegenehmigung für Fischerboote
unter 12 Meter, die mit «passivem Fanggerät», also etwa Stellnetzen
weiterhin gezielt Heringe fischen dürfen, bestätigte eine Sprecherin
des Bundesagrarministeriums. In einer Mitteilung wies das Ministerium
zudem darauf hin, dass es dem Beschluss nicht zustimme.
Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte vergeblich gefordert, dass
über den westlichen Hering im Dezember entschieden werden sollte,
weil dieser Bestand wandert und auch andere Länder von ihm fischen.

Die Verhandlungen mit diesen Ländern finden erst Ende des Jahres
statt. Klöckners Befürchtung ist demnach, dass eine strikte
EU-Entscheidung für die Ostsee andere Länder zu einer höheren
Fangmenge in anderen Meeren verleiten könnte.

Zahlreiche Organisationen für Umweltschutz kritisieren schon lange zu
hohe Fangmengen.



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