Fischereiverband: Fangquoten-Entscheidung der EU eine Katastrophe

12.10.2021 14:48

Hamburg (dpa) - Nach den EU-Beschlüssen zur drastischen Beschränkung
der Dorsch- und Heringsfischerei in der westlichen Ostsee drohen nach
Einschätzung des Fischereiverbandes schwere Folgen für die Branche.
«Unter dem Strich ist das für die deutsche Fischerei, das muss man
ganz klar sagen, eine Katastrophe», sagte Verbandssprecher Claus Ubl
am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Dorsch und Hering seien die «Brotfische». «Und wenn die dermaßen
gekürzt werden, dass man sie nicht mehr gezielt befischen darf, dann
kann sich jeder ausrechnen, dass da kaum noch ein Fischer von
überleben kann», sagte Ubl. Nach den jüngsten EU-Beschlüssen dür
fen
Fischer in der westlichen Ostsee künftig keinen Dorsch und zumeist
keinen Hering mehr gezielt fangen.

Es sei abzuwarten, welche Hilfsmaßnahmen kommen. «Aber ich rechne
damit, dass es in den nächsten Jahren einen Strukturwandel in der
deutschen Ostseefischerei geben wird», sagte Ubl. Wichtige Strukturen
dürften wegbrechen, weil sie nicht mehr zu halten seien. «Denn wenn
ich keinen Fisch fange, kann ich auch Strukturen wie Kühlhäuser,
Eismaschinen und anders nicht mehr halten - und wenn die einmal weg
sind, sind sie weg.» Wohin sich die Ostseefischerei entwickeln werde,
könne noch niemand sagen. Vielleicht werde der Bund ja noch ein
weiteres Abwrackprogramm auflegen. Dass die Quoten für Scholle und
Sprotte angehoben wurden, werde einigen Fischern helfen, zu
überleben.



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