Kieler Ministerium fordert neues Konzept für Ostseefischerei

12.10.2021 16:22

Kiel (dpa) - Das Verbot der gezielten Dorsch- und Heringsfischerei in
der westlichen Ostsee stößt im Kieler Umweltministerium auf ein
geteiltes Echo. Angesichts der auch von der Wissenschaft bestätigten
dramatischen Lage der Bestände sei die Entscheidung der
EU-Fischereiminister nicht überraschend gekommen, erklärte
Staatssekretärin Doris Kuhnt am Dienstag. «Das Verbot der gezielten
Fischerei ist notwendig, um den Beständen Erholungschancen zu
eröffnen.» Weil jeweils noch eine geringe Beifangquote eröffnet
worden sei, müsse die Fischerei zumindest nicht ganz eingestellt
werden und könne mit anderen Arten wie Scholle weiter betrieben
werden.

«Auch die Angelfischerei darf zumindest noch einen Dorsch außerhalb
der Schonzeit fangen», sagte Kuhnt. «Trotzdem steht die deutsche
Ostseefischerei vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte, und
ich mache mir große Sorgen um unsere Betriebe und ihre Familien im
Land.» Jetzt werde ein neues Gesamtkonzept für die deutsche
Ostseefischerei benötigt.

Dorsch und Hering sind für die deutsche Fischerei die bisher
wichtigsten Fischarten. Gegenüber dem vergangenen Jahr bedeuten die
Beschlüsse vom Dienstag beim Hering eine weitere Reduzierung der
Fangquote um 50 Prozent und beim Dorsch um 88 Prozent.

Die Schonzeit für Dorsch wurde um 15 Tage verlängert. Sie beginnt nun
am 15. Januar und endet am 31. März. Bei den für die deutsche
Fischerei ebenfalls interessanten Arten Scholle und Sprotte wurden
die Fangmengen um 25 beziehungsweise 13 Prozent angehoben.



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