Apple legt bei Warnungen vor anderen App Stores auf iPhone nach

13.10.2021 14:31

Als Teil großer Digitalmarkt-Reformen in der EU soll es auch mehr
Konkurrenz auf digitalen Plattformen geben. Auf dem iPhone würde das
die Möglichkeit bedeuten, Apps auch aus anderen Quellen als von Apple
selbst zu laden. Der Konzern stellt sich dagegen.

Cupertino (dpa) - Apple verschärft angesichts der Pläne für neue
EU-Regeln die Warnungen vor Risiken durch eine Öffnung des iPhones
für App Stores anderer Anbieter. Nutzer wären mehr gefährlichen Apps

ausgesetzt, und Apple könnte sie schlechter davor schützen,
argumentierte der Konzern in einem am Mittwoch veröffentlichten rund
30-seitigen Papier.

Auf dem iPhone können Apps nur aus der hauseigenen Plattform des
Konzerns installiert werden. Apple verweist darauf, dass damit alle
Apps und Updates auf seiner Plattform von Software und menschlichen
Prüfern untersucht werden, um schädliche Anwendungen herauszufiltern.
Außerdem müssten sich Entwickler an Apple-Vorgaben zum Datenschutz
halten. Beim sogenannten Sideloading, bei dem Apps auf das iPhone aus
anderen Quellen als dem offiziellen Store geladen werden, entfielen
diese Sicherheitsvorkehrungen, warnt Apple.

In dem Digital Markets Act (DMA), der gerade in der EU entwickelt
wird, ist geplant, die Öffnung von Plattformen für konkurrierende
Anbieter vorzuschreiben, um den Wettbewerb zu stärken. Bei digitalen
Artikeln und Dienstleistungen, die über Apples Plattform verkauft
werden, wird eine Abgabe von 15 oder 30 Prozent an den Konzern
fällig. Auf Geräten mit dem Google-System Android gibt es bei
Verkäufen über den Play Store des Konzerns eine ähnliche Kommission
an Google - auf der Plattform sind aber auch andere App Stores
erlaubt. Apple stellte sich bereits im Juni gegen die EU-Pläne.

«Sideloading über direkte Downloads oder andere App Stores würde
Apples Schutzmechanismen für Sicherheit und Privatsphäre
untergraben», warnte der iPhone-Konzern in seinem neuen Papier. Das
sei nicht im Interesse der Nutzer. Apple spricht unter anderem von
gefälschten Apps, die sich als populäre Anwendungen tarnten und
manipulierten Updates des Betriebssystems. Speziell verweist der
Konzern auf gefährliche Android-Apps, die im Umlauf sind und zum
Beispiel versuchen, an Login-Informationen und andere Daten zu
kommen. Die Online-Kriminellen bekämen bei einer Öffnung mehr
Anreize, auch das iPhone anzugreifen, hieß es.

Apple-Kritiker verweisen darauf, dass auf den Mac-Computern des
Konzerns Programme aus allen möglichen Quellen geladen werden können.
Apple kontert, dass die Lage bei Smartphones anders sei, weil sie
viel privatere Informationen enthielten. Auch US-Gesetzesentwürfe für
mehr Wettbewerb in der Tech-Branche nehmen das Geschäftsmodell ins
Visier. In den USA konnte Apple jüngst aber einen Erfolg bei der
Verteidigung seines App-Systems auf dem iPhone verbuchen. Eine
Richterin lehnte die Forderung der Spielefirma Epic Games nach einer
Öffnung der Plattform für andere App Stores ab.



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