Kein Durchbruch bei Atomberatungen zwischen dem Iran und der EU

14.10.2021 18:24

Teheran (dpa) - Die Atomberatungen zwischen Vertretern der
Europäischen Union und des iranischen Außenministeriums in Teheran
sind ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Beide Seiten
einigten sich auf eine Fortsetzung in den kommenden Tagen in Brüssel,
wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete.

Hintergrund des Treffens sind Bemühungen, die Verhandlungen über eine
Rückkehr zum Wiener Atomabkommen von 2015 wieder aufzunehmen. Diese
sind seit der iranischen Präsidentenwahl im Juni und dem
Regierungswechsel in Teheran unterbrochen. China, Deutschland,
Frankreich, Großbritannien und Russland bemühen sich darum, dass die
USA wieder zu dem Abkommen zurückkehren und der Iran seine
Verpflichtungen wieder einhält. Das Wiener Abkommen sollte
verhindern, dass der Iran Atomwaffen baut. Im Gegenzug sollten
Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hatte die Vereinbarung 2018
aufgekündigt, Wirtschaftssanktionen gegen den Iran erneuert und auch
die ausländischen Konten des Landes wieder gesperrt. Die Sanktionen
sind mitverantwortlich für die die bislang schlimmste
Wirtschaftskrise des Landes.

Als Reaktion auf die US-Sanktionen begann Teheran 2019 die ihm im
Abkommen auferlegten technischen Beschränkungen zu überschreiten.
Unter anderem erhöhte das Land die Urananreicherung von den erlaubten
3,67 auf 60 Prozent. Dieser Reinheitsgrad bereitet vielen Ländern
Sorgen, weil solches Material sehr schnell zu waffenfähigem Uran für
Atomsprengköpfe weiterverarbeitet werden könnte.



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