Zyprischer Außenminister zurückgetreten

09.01.2022 12:02

Nikosia (dpa) - Der zyprische Außenminister Nikos Christodoulidis hat
am Sonntag seinen Rücktritt bekanntgegeben. Der 48-Jährige erklärte
dies mit seinem Wunsch, Präsident der EU-Inselrepublik zu werden.
«Ich verheimliche nicht, dass mich eine Kandidatur für die Wahlen
2023 interessieren würde», sagte Christodoulidis in einem Statement
im Außenministerium in Nikosia. Einzelheiten werde er zu einem
späteren Zeitpunkt bekanntgeben, so der Politiker der konservativen
Partei Demokratische Gesamtbewegung (DISY).

Der amtierende konservative Staatspräsident Nikos Anastasiades will
nach eigenen Angaben nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren.
Obwohl die Wahlen erst in 13 Monaten stattfinden sollen, hat der
Wahlkampf praktisch bereits begonnen. Auch DISY-Chef Averof Neofytou
will kandidieren. Damit ist die stärkste Partei Zyperns tief
gespalten. Kandidaturen von Politikern anderer Parteien sind bislang
nicht bekanntgegeben worden.

Das Staatsoberhaupt auf Zypern wird direkt vom Volk gewählt, stellt
und führt die Regierung. Wer neuer Außenminister Zyperns wird, war
zunächst unklar.

Egal wer an die Macht kommt, das zentrale Thema für den neuen
Präsidenten dürfte nach Meinung von Analysten die Wiedervereinigung
der Insel sein. Zypern ist seit 1974 geteilt. Im Norden der Insel
gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik
Nordzypern. Die gesamte Insel ist seit 2004 EU-Mitglied. EU-Recht
gilt aber nur im von der Republik Zypern beherrschten Süden.



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