Bulgarien beharrt auf Bedingung für EU-Gespräche mit Nordmazedonien

10.01.2022 20:46

Sofia (dpa) - Bulgarien bleibt hart bei seinem Veto gegen
EU-Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien. Sofia besteht weiter
darauf, dass das Nachbarland auf dem Balkan einen bilateralen
Freundschaftsvertrag einhalten soll, damit Bulgarien sein Veto gegen
die Aufnahme von EU-Verhandlungen aufhebt. Das ging aus Beratungen im
Sicherheitsrat des bulgarischen Präsidenten Rumen Radew am Montag
hervor.

Dabei bestehe Sofia auf die «volle Gleichberechtigung der
mazedonischen Bulgaren mit den anderen Völkerteilen» in
Nordmazedonien, indem dies ausdrücklich in der Verfassung
festgehalten werde. «Vier Jahre nach der Unterzeichnung des Vertrags
aus dem Jahr 2017 hat der Anwärter-Staat nicht das Notwendige für
seine Umsetzung getan und gibt keine Garantie für die Umsetzung der
daraus erfolgenden Verpflichtungen», erklärte Radew.

Der neue bulgarische Regierungschef Kiril Petkow wird am 18. Januar
Nordmazedonien besuchen, um den Dialog zu aktivieren. Bulgarien
blockiert seit Ende 2020 den Beginn von EU-Gesprächen mit
Nordmazedonien unter anderem wegen eines Geschichtsstreits. Sofia
wirft Nordmazedonien die «Fälschung der bulgarischen Geschichte und
Kultur» sowie eine «Hasssprache gegen Bulgarien» vor.



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