, 7. Abs. 3. Satz Zahlen Zu- und Fortzüge) Familiäre Bindungen wichtigster Anlass für Zuzug von Nicht-EU-Bürgern

11.01.2022 16:27

Die Corona-Pandemie hat 2020 den Zuzug nach Deutschland gebremst.
Hauptherkunftsland von Zuwanderern war auch im ersten Corona-Jahr
Rumänien. Wichtigster Einwanderungsgrund von Menschen, die nicht aus
der Europäischen Union kamen, war die Familie.

Berlin (dpa) - Familiäre Gründe waren 2020 mit 15,9 Prozent der
zahlenmäßig wichtigste Anlass für den Zuzug von Nicht-EU-Bürgern na
ch
Deutschland. Das geht aus einem Bericht des Bundesamtes für Migration
und Flüchtlinge (Bamf) hervor, der an diesem Mittwoch im Kabinett
besprochen werden soll und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Zahl der Asylanträge ging 2020, auch bedingt durch die Pandemie,
weiter zurück. 102 581 Menschen stellten erstmals einen Asylantrag,
nach 142 509 Erstanträgen im Jahr 2019. Die Asylzahlen für 2021
sollen voraussichtlich noch in dieser Woche veröffentlicht werden.

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm,
zeigte sich jetzt schon alarmiert. «Mit rund 170 000 Asylanträgen
wurden in Deutschland bis Ende November 2021 bereits mehr Anträge als
im Jahr 2019 vor der Pandemie gestellt», sagte der CDU-Politiker am
Dienstag. Die im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien beschriebenen
Vorhaben im Bereich der Migrationspolitik mit der Ausweitung der
Asylbewerber- und Gesundheitsleistungen, dem Ausbau von
Bleiberechtsmöglichkeiten für Ausreisepflichtige, der Ausweitung des
Familiennachzugs und der Einführung des sogenannten Spurwechsels von
der Asyl- in die Erwerbsmigration würden zu noch mehr Asylanträgen
führen.

Wie der Migrationsbericht 2020 weiter festhält, zogen 58 022
sogenannter Drittstaatsangehörigen aus familiären Gründen nach
Deutschland. Mit rund zehn Prozent bildeten Menschen aus dem Kosovo
hier die größte Gruppe.

«Die Ampelparteien haben sich einen Neustart in der Einwanderungs-
und Migrationspolitik vorgenommen, und der wird jetzt eingeleitet»,
sagte die Grünen-Migrationsexpertin Filiz Polat. Der
Koalitionsvertrag bekenne sich ausdrücklich zum Schutz von Familien,
betonte die Bundestagsabgeordnete. «Diese gehören zusammen, der
Familiennachzug soll in vollem Umfang ermöglicht werden».

Dem Migrationsbericht zufolge kamen 29 725 Nicht-EU-Bürger mit dem
Zweck der Erwerbstätigkeit ins Land. 17 083 Menschen aus
Nicht-EU-Staaten reisten ein, um in Deutschland zu studieren.

Bedingt durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen
Reisebeschränkungen fiel der Zuzug nach Deutschland insgesamt
deutlich geringer aus als in den Jahren zuvor. Im Jahr 2020 zogen
rund 220 000 mehr Menschen zu, als aus Deutschland fortgingen. Etwas
weniger als 1,19 Millionen Zuzügen standen rund 966 000 Fortzüge
gegenüber.

«Oft aus dem öffentlichen Blickfeld gerät, dass das
Migrationsgeschehen in Deutschland insbesondere durch die europäische
Binnenmigration und Zuwanderungen und Abwanderungen zwischen den
europäischen Staaten geprägt ist», schreibt die neue
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in ihrem Vorwort. Positiv
sei, dass sich die Bundesrepublik besonders für Menschen, die
hierzulande studieren und arbeiten wollten, sowie für
EU-Staatsangehörige als attraktives Ziel etabliert habe.

Es sei gut, dass Faeser vergangene Woche den Zugang für afghanische
Geflüchtete zu Integrationskursen angekündigt habe, sagte Polat. Als
nächster Schritt sollten Integrationskurse für alle Zugewanderten
geöffnet werden: von Anfang an und auf die unterschiedlichen
Bedürfnisse der Teilnehmenden zugeschnitten.

Rumänien war 2020 mit 15,7 Prozent wie bereits in den Vorjahren das
Hauptherkunftsland der Zugewanderten, gefolgt von Polen (8,7 Prozent)
und Bulgarien (6,1 Prozent). Von 2004 bis 2020 stieg die Anzahl der
rumänischen Staatsangehörigen hierzulande dem Bericht zufolge von
rund 73 400 auf rund 800 000 Rumänen.



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