Bericht: AfD-Politiker Fest beschimpft verstorbenen Sassoli

12.01.2022 14:39

Berlin (dpa) - Der AfD-Europaabgeordnete Nicolaus Fest soll nach dem
Tod von EU-Parlamentspräsident David Sassoli diesen in einer
Whatsapp-Gruppe mit abfälligen Worten beschimpft haben. Wie das
ARD-«Hauptstadtstudio» berichtet, habe Fest in der Gruppe, in der
sich die AfD-Abgeordneten im Europaparlament untereinander
austauschen, geschrieben: «Endlich ist dieses Dreckschwein weg».
Screenshots lägen vor, heißt es in dem Bericht. Fest habe Sassoli
außerdem als «Antidemokrat, eine Schande für jede parlamentarische
Idee» betitelt.

Auf dpa-Nachfrage sagte Fest am Mittwoch, er bestätige nichts. Bei
Facebook schrieb er später, das in Stellungnahmen und Nachrufen zu
Sassoli gezeichnete Bild sei unvollständig. Dieser habe «den
gemeinschaftlichen Betrug bei Tagegeldern zweier italienischer
Abgeordneter» gedeckt und in der Sache eines in Fälle von
Kindesmissbrauch verwickelten schwedischen Abgeordneten geschwiegen.
«Beide Fälle kann man in einem internen Chat auch mit deutlichen
Worten kommentieren», schreibt Fest weiter und kritisiert
anschließend: «Dass Screenshots dieser internen Kommunikation
durchgestochen wurden, ist bedauerlich.»

AfD-Chef Jörg Meuthen sagte dem ARD-Hauptstadtstudio: «Eine solche
Äußerung über einen nach schwerer Krankheit soeben verstorbenen
Kollegen ist verstörend, tief abstoßend und unentschuldbar». Meuthens

Büro teilte auf dpa-Nachfrage weiter mit, die besagte Nachricht habe
nur wenige Minuten in der Whatsapp-Gruppe gestanden. Meuthen habe
sofort interveniert und sie sei gelöscht worden.

Die Vize-Präsidentin des Europaparlamentes, Katarina Barley, sagte
dem ARD-Bericht zufolge, «die Äußerungen von Herrn Fest sind
bezeichnend für ihren Urheber und jene Menschenverachtung, gegen die
Sassoli immer entschieden gestanden hat».



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