EU-Kommission verbietet Zusammenschluss südkoreanischer Schiffbauer

13.01.2022 15:55

Brüssel/Seoul (dpa) - Die Wettbewerbshüter der EU untersagen die
Übernahme des südkoreanischen Schiffbauers Daewoo (DSME) durch den
ebenfalls aus Südkorea stammenden Wettbewerber Hyundai Heavy
Industries (HHIH). «Der Zusammenschluss von HHIH und DSME hätte zu
einer beherrschenden Stellung auf dem Weltmarkt für den Bau großer
Flüssigerdgastanker geführt, auf die europäische Transportunternehmen

angewiesen sind», teilte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe
Vestager am Donnerstag mit.

Hyundai Heavy Industries Holdings äußerte sich enttäuscht über die

Entscheidung und kritisierte die Kommission dafür, den Marktanteil in
den Mittelpunkt zu stellen. Der Marktanteil allein sei nicht der
angemessene Indikator für die Marktmacht in der Schiffbau-Industrie,
hieß es laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap in einer
Mitteilung von HHIH. Die Holding-Gesellschaft erwäge, gegen das
Verbot vorzugehen.

Pläne für die Übernahme sind bereits seit 2019 bekannt. Wegen der
Auswirkung auf den globalen Markt müssen nicht nur die südkoreanische
Regierung, sondern auch Wettbewerbsbehörden der EU und anderer Länder
den Deal bewilligen.

Da die Unternehmen mit Blick auf die Bedenken keine Abhilfemaßnahmen
vorgelegt hätten, würde der Zusammenschluss zu höheren Preisen und
weniger Wettbewerb im Markt für große Flüssigerdgastanker führen,
sagte Vestager. «Deshalb haben wir den Zusammenschluss untersagt.»
Letztlich könne der Zusammenschluss auch zu höheren Preisen für
Energieverbraucher führen, hieß es in einer Kommissionsmitteilung.

Die beiden Unternehmen sind den Angaben zufolge zwei der drei
weltweiten größten Akteure auf dem Markt für den Bau großer
Flüssigerdgastanker. Bereits 2019 meldete die Kommission Bedenken
gegen die Übernahme an, damals auch in Bezug auf den Bau von
Öltankern, LPG-Tankern, Containerschiffen sowie kleiner LNG-Tanker.
Der Beschluss beziehe sich nun allein auf den Markt für große
LNG-Tanker. Laut Vestager ist das Verbot des Zusammenschlusses
lediglich das Zehnte innerhalb der vergangenen zehn Jahre.



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