Leid auf Tiertransporten - EU-Parlament stellt Forderungen auf

20.01.2022 16:40

Straßburg (dpa) - Das EU-Parlament hat einen besseren Schutz von
Tieren auf Transporten gefordert. Die Abgeordneten verabschiedeten am
Donnerstag den Bericht eines Untersuchungsausschusses, der
gravierende Mängel bei der Umsetzung der bestehenden
Tiertransportregeln feststellt. Ziel ist es, Druck auf die
EU-Kommission aufzubauen, damit diese die Regeln nachbessert und für
bessere Kontrollen sorgt. Bislang leiden Schweine, Rinder und andere
Tiere in Lastwagen und Schiffen oft unter Hitze, Kälte, Durst,
Hunger, Stress und Verletzungen.

Das EU-Parlament fordert Vertragsverletzungsverfahren gegen
Mitgliedstaaten, die die Probleme nicht beheben, sowie
Transportverbote bei Extremtemperaturen. Fahrer sollen nach Willen
der Abgeordneten zudem verpflichtet werden, sofort einen Tierarzt zu
alarmieren, wenn Tiere in dem Transport verletzt sind. Außerdem
schlagen die Parlamentarier Überwachungskameras für Lkw vor und ein
Verbot von Transporten sehr junger Kälber, allerdings mit Ausnahmen.

Ein Transportverbot für Jungtiere aller Arten unter fünf Wochen, so
wie es der Untersuchungsausschuss vorgeschlagen hatte, konnte sich
nicht gegen den Widerstand der Konservativen sowie vieler
Sozialdemokraten und Liberaler durchsetzen. Ebenfalls wurde die
Forderung gestrichen, für alle Tierarten jeweils eine Höchstdauer für

Transporte festzulegen, was von Tierschützern als besonders wichtig
erachtet worden war.

Die Probleme bei Transporten betreffen potenziell eine sehr große
Zahl an Tieren. Mehr als 1,6 Milliarden lebende Tiere wurden 2019
laut EU-Parlament innerhalb der EU und aus der EU hinaus in
Drittstaaten transportiert. Der Handel mit lebenden Tieren ist ein
bedeutender Markt: Innerhalb der EU belief sich dessen Wert 2018 laut
EU-Parlament auf 8,6 Milliarden Euro. Knapp drei Milliarden Euro
brachte der Handel mit lebenden Tieren mit Drittstaaten ein.



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