Tschechien gehen EU-Pläne für Atomkraft nicht weit genug

21.01.2022 11:14

Prag (dpa) - Tschechien gehen die Pläne der EU-Kommission zur
Einstufung von Atomkraft und Erdgas als klimafreundlich einem Bericht
zufolge nicht weit genug. Die liberalkonservative Regierung in Prag
unter Ministerpräsident Petr Fiala habe mehrere Änderungsvorschläge
an Brüssel übermittelt, berichtete die tschechische
Wirtschaftszeitung «Hospodarske noviny» (Freitag).

Demnach fordert Prag, dass Atomkraft nicht als Übergangstechnologie
eingestuft werden dürfe. Bisher ist vorgesehen, dass nur bis 2045
erteilte Genehmigungen für neue Atomkraftwerke unter die sogenannte
Taxonomieverordnung fallen.

Auf Ablehnung sei zudem die Forderung gestoßen, dass Endlager für den
hoch radioaktiven Müll bis 2050 betriebsbereit sein sollen. In
Tschechien läuft noch die Suche nach einem geeigneten Standort, wobei
auch Lokalitäten unweit der bayerischen Landesgrenze in Betracht
gezogen werden.

Auf Kritik stießen zudem die geplanten jährlichen Grenzwerte für den

Kohlendioxid-Ausstoß von Gaskraftwerken. Das deutsche Nachbarland
will den Anteil der Atomkraft am Strommix bis 2040 auf mehr als die
Hälfte erhöhen und bis 2033 aus der Kohle aussteigen. Das AKW Temelin
- neben dem AKW Dukovany einer von zwei Standorten - ist nur knapp 60
Kilometer von der bayerischen Landesgrenze entfernt.



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