Grenzschutz: Lage an Litauens Grenze zu Belarus stabil

21.01.2022 11:33

Kurmelionys (dpa) - Die Lage an der EU-Außengrenze zwischen Litauen
und Belarus ist nach Angaben des Leiters des Grenzschutzes des
baltischen EU-Landes stabil. Gegenwärtig erscheine ihm die
Situation «stabiler als vor ein paar Wochen oder Monaten», sagte
Behördenchef Rustamas Liubajevas am Freitag an der Grenze
bei Kurmelionys vor Journalisten. «Wir müssen jedoch weiterhin
wachsam sein, um die Kontrolle und den Schutz der Staatsgrenze zu
gewährleisten.»

Seit Monaten versuchen Tausende Migranten, aus Belarus über die
EU-Außengrenzen nach Polen oder in die baltischen Staaten zu
gelangen. Die EU wirft dem belarussischen Machthaber Alexander
Lukaschenko vor, gezielt Menschen aus Krisengebieten wie dem Irak
oder Afghanistan nach Minsk eingeflogen zu haben, um sie dann in die
EU zu schleusen. Besonders betroffen davon war anfangs Litauen,
das eine fast 680 Kilometer lange Grenze zu Belarus hat.

Die Regierung in Vilnius hat darauf mit einem verstärkten Schutz der
Grenze und dem Bau von Hunderten Kilometern Grenzzaun reagiert. Seit
August 2021 weist der litauische Grenzschutz Migranten ab. Mehr als
8100 Menschen wurden seitdem am illegalen Grenzübertritt gehindert,
zuletzt mit deutlich fallender Tendenz.

«Die aktuelle Situation, die Realität zeigt, dass es ohne physische
Barrieren unmöglich ist, uns selbst, unsere Bürger, unsere nationale
Sicherheit und die Sicherheit der EU zu schützen», sagte die
litauische Innenministerin Agne Bilotaite. Nach offiziellen Angaben
hat Litauen bislang 175 Kilometer Zaun entlang der Grenze errichtet.



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