Asselborn sieht Waffenlieferungen an die Ukraine kritisch

24.01.2022 08:11

Berlin (dpa) - Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sieht
Waffenlieferungen an die Ukraine trotz der russischen Drohkulisse
kritisch. «Ich glaube, dass es wirklich falsch ist, den Leuten klar
zu machen, dass dieses militärische Übergewicht, das eben besteht
zwischen Russland und der Ukraine, dass man das jetzt mit Waffen
ausgleichen kann. Ich glaube, das funktioniert nicht», sagte
Asselborn am Montagmorgen im Deutschlandfunk. Seiner Ansicht nach
wolle etwa eine große Mehrheit in der Nato einen Krieg vermeiden -
entsprechend dürfe man sich nicht in «Kriegslogik» begeben.

Es sei der richtige Weg, «mit den Werkzeugen der Diplomatie noch mal
ganz klar», zu machen, «dass ein Einmarsch Russlands in die Ukraine
nicht akzeptiert wird». Eine Intervention in der Ukraine werde für
Russland kein Sieg werden. «Wir werden dann weltweit Jahre wieder
zurückgeworfen was die internationale Diplomatie angeht», so
Asselborn. «Keiner in der Europäischen Union setzt auf eine
militärische Eigenlogik. Wir müssen der Diplomatie eine Schneise frei
halten».

Die EU-Außenminister kommen am Montag in Brüssel zu Beratungen
zusammen, die angespannte Lage zwischen Russland und der Ukraine soll
ebenfalls Thema sein. US-Außenminister Antony Blinken will sich dazu
per Video zuschalten.



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