Euro knapp über 1,13 US-Dollar - Yen und Franken ziehen an

24.01.2022 17:10

Frankfurt/Main (dpa) - Der Euro hat am Montag seine Ende letzter
Woche erzielten Gewinne wieder eingebüßt. Im Gegenzug legten der
US-Dollar und andere als Stabilitätsanker geltende Währungen deutlich
zu. Der Euro war im Handelsverlauf bis auf 1,1291 US-Dollar gefallen
und hatte damit ein Zweiwochentief erreicht. Zuletzt notierte die
Gemeinschaftswährung bei 1,1310 Dollar. Die Europäische Zentralbank
setzte den Referenzkurs auf 1,1304 (Freitag: 1,1348) Dollar fest. Der
Dollar kostete damit 0,8846 (0,8812) Euro.

An den Finanzmärkten rücken neben der US-Geldpolitik auch die
zunehmenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine in den
Vordergrund. Während Russland immer mehr Truppen an der Grenze zum
Nachbarland zusammenzieht, erwägen die USA eine Aufstockung ihres
Truppenkontingents in Osteuropa. Auch andere Nato-Mitglieder
reagierten auf die zunehmenden Spannungen. Russland warf der Nato
einen Eskalationskurs vor.

Die aktuelle Verunsicherung der Anleger sorgte dafür, dass die
wichtigsten Aktienindizes diesseits des Atlantiks zu Wochenbeginn auf
Talfahrt gingen. Auch die Wall Street stand unter Druck. Vor diesem
Hintergrund zogen sich die Investoren in die Weltreservewährung
Dollar sowie in die als relativ sichere Häfen geltenden Währungen
japanischer Yen und Schweizer Franken zurück. Der Franken erreichte
gegenüber dem Euro zwischenzeitlich den höchsten Stand seit gut sechs
Jahren.

Demgegenüber verlor der russische Rubel gegenüber dem Euro und dem
Dollar deutlich an Wert. Dass die russische Notenbank angesichts des
schwachen Rubels ihre strategischen Devisenkäufe vorerst auf
unbestimmte Zeit aussetzt, konnte den Rubel nur kurz stützen. Mit der
Maßnahme solle der «Volatilität an den Finanzmärkten» begegnet
werden, teilte die Notenbank am Montag mit. Eine Wiederaufnahme
erfolge abhängig von den Marktbedingungen.

Die US-Notenbank entscheidet am Mittwoch über ihren Kurs. Es wird
erwartet, dass die Fed den Startschuss für die ab März erwarteten
Zinsanhebungen gibt. Damit will die Zentralbank gegen die aktuell
hohe Inflation vorgehen.

In das trübe Bild passte, dass die rasche Ausbreitung der Variante
Omikron des Coronavirus die Unternehmensstimmung in der Eurozone zu
Jahresbeginn belastet hat. Der Einkaufsmanagerindex des Instituts IHS
Markit gab von Dezember auf Januar etwas deutlicher als erwartet nach
und erreichte den niedrigsten Stand seit knapp einem Jahr.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für
einen Euro auf 0,83803 (0,83633) britische Pfund, 128,62 (129,14)
japanische Yen und 1,0308 (1,0353) Schweizer Franken fest. Die
Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1833 Dollar
gehandelt. Das waren 3 Dollar weniger als am Freitag.



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