Türkei wegen Inhaftierung von «Welt»-Journalist Yücel verurteilt

25.01.2022 10:33

Straßburg (dpa) - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte
(EGMR) hat die Türkei wegen der Inhaftierung des deutsch-türkischen
Journalisten Deniz Yücel verurteilt. Das Vorgehen der Türkei habe die
Menschenrechte Yücels auf Freiheit und Sicherheit sowie auf freie
Meinungsäußerung verletzt, heißt es in dem Urteil, das am Dienstag
schriftlich verkündet wurde (Beschwerdenummer 27684/17). Ankara muss
nun 13 300 Euro Entschädigung an den Journalisten zahlen. Das Urteil
ist jedoch noch nicht rechtskräftig - die Prozessparteien können es
innerhalb von drei Monaten anfechten.

Der «Welt»-Korrespondent war von Februar 2017 bis Februar 2018 ohne
Anklageschrift im Hochsicherheitsgefängnis Silivri westlich von
Istanbul inhaftiert. Erst nach langem politischen Tauziehen zwischen
Ankara und Berlin kam Yücel frei und konnte ausreisen, gleichzeitig
wurde Anklage erhoben. Im Juli 2020 wurde der Journalist dann in
Abwesenheit wegen Terrorpropaganda für die verbotene kurdische
Arbeiterpartei PKK zu rund zwei Jahren und zehn Monaten Haft
verurteilt. Das Verfahren befindet sich in Revision.



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