Ukraine-Russland-Krise: Rumänien verlangt mehr Nato-Präsenz im Land

26.01.2022 15:45

Bukarest (dpa) - Angesichts einer möglicherweise drohenden Invasion
Russlands in die Ukraine wachsen die Sorgen im benachbarten Nato- und
EU-Land Rumänien. «Wir sind bereit, eine größere Präsenz der

(Nato)-Allianz zu beherbergen», sagte Staatspräsident Klaus Iohannis

am Mittwoch in einer Fernsehansprache nach einer Sitzung des Obersten
Verteidigungsrats. Für mehr Nato-Truppen auf rumänischem Territorium
wolle man sich aktiv einsetzen. Der Präsident rief zudem Nato und EU
zu «Einigkeit und Solidarität» im Russland-Ukraine-Konflikt auf.

Bei der «von Russland geschaffenen Sicherheitskrise» stehe nicht nur
die Sicherheit der Ukraine auf dem Spiel und auch nicht nur jene der
Europas, sondern jene «des gesamten euro-atlantischen Raums», betonte
Iohannis. Für den Fall, dass Russland «den Weg des Dialogs ablehnt»
und es zu Kampfhandlungen kommt, bereite sich Rumänien unter anderem
auf ankommende Flüchtlinge vor.

Angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarsches in der Nähe
der Ukraine wird im Westen befürchtet, dass der Kreml einen Einmarsch
in das Nachbarland planen könnte - was Moskau dementiert. Als
Reaktion auf die sich weiter verschärfenden Spannungen hatten mehrere
Nato-Mitgliedsländer Schiffe und Militärflugzeuge zu Wochenbeginn in
Richtung Osten geschickt.

Rumänien war wegen seiner westlichen Orientierung und der
US-Truppenpräsenz immer wieder im Visier der Kritik aus Moskau. Im
südrumänischen Deveselu steht ein von den USA gebauter und
betriebener Raketenschutzschild. Am Schwarzmeer-Flughafen Mihail
Kogalniceanu bei Constanta betreibt die US-Luftwaffe einen
Stützpunkt.



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