UN-Generalkommissar: Syrien darf nicht zu vergessenem Konflikt werden

10.05.2022 10:22

Brüssel (dpa) - UN-Generalkommissar Philippe Lazzarini warnt davor,
die unter dem andauernden Konflikt in Syrien leidenden Menschen zu
vergessen. «Es ist an der Zeit, dafür zu sorgen, dass Syrien und die
palästinensischen Flüchtlinge nicht zum neuen vergessenen Konflikt
werden», sagte er am Dienstag zum Auftakt einer internationalen
Syrien-Geberkonferenz in Brüssel. Die internationale Gemeinschaft
will dort die Lage in Syrien erörtern, politische Zusagen bekräftigen
und finanzielle Unterstützung mobilisieren.

«Seit elf Jahren leiden die Menschen in Syrien unter dem Krieg -
500 000 sind gestorben», sagte der deutsche Staatsminister Tobias
Lindner. Mehr als 15 Millionen Syrerinnen und Syrer seien auf
humanitäre Hilfe angewiesen, es braucht dringend eine politische
Lösung dieses Konflikts, sagte der Grünen-Politiker. Die
Bundesregierung werde am Dienstag einen «substanziellen Beitrag» für

humanitäre Hilfe zusagen.

Vergangene Woche hatte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell bereits
mit Blick auf den Ukraine-Krieg bekräftigt: «Trotz eines Kriegs vor
der eigenen Haustür vergisst die Europäische Union andere Konflikte
nicht.» Olivér Várhelyi" EU-Kommissar für Nachbarschaft und
Erweiterung, betonte, der russische Angriff auf die Ukraine habe die
ohnehin schon katastrophale humanitäre Lage in Syrien und der Region
weiter verschärft. Grund seien unter anderem gestiegene Preise
für Lebensmittel und Rohstoffe.



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