Bulgariens Präsident sieht Pläne für EU-Ölembargo kritisch

10.05.2022 14:30

Prag (dpa) - Der bulgarische Präsident Rumen Radew hat sich kritisch
zu einem EU-Ölembargo gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges
geäußert. «Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Sanktionen unsere
n
eigenen sozialen und wirtschaftlichen Systemen schaden», forderte er
nach einem Treffen mit seinem tschechischen Kollegen Milos Zeman am
Dienstag in Prag. Es gelte, die Besonderheiten der einzelnen
EU-Mitgliedstaaten zu berücksichtigen. Bulgarien gehört zu denjenigen
Ländern, die auf eine Ausnahme bei einem Ölembargo pochen.

Die EU-Kommission hatte vorige Woche als Kompromiss vorgeschlagen,
Ungarn und der Slowakei bis Ende 2024 sowie Tschechien bis Mitte 2024
Zeit einzuräumen, um den Importstopp für Öl vollständig umzusetzen.

Alle anderen Länder müssten die Öllieferungen binnen sechs Monaten
und den Bezug von Ölprodukten wie Diesel und Kerosin innerhalb von
acht Monaten stoppen.

Beide Präsidenten verurteilten die russische Aggression gegen die
Ukraine. Die Nato brauche nun eine neue strategische Ausrichtung mit
einer stärkeren Präsenz an ihrer Ostflanke, sagte der frühere
Kampfjet-Pilot Radew. Bulgarien ist seit 2004 und Tschechien seit
1999 Mitglied des westlichen Verteidigungsbündnisses.



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