Mehr Hackerangriffe: G7-Digitalminister beraten über Cybersicherheit

10.05.2022 15:38

Ob Hackerangriffe, Strombedarf von Rechenzentren oder freier
Datenfluss - bei solchen Themen wollen die G7-Staaten sich künftig
besser abstimmen. Ein Staat außerhalb des Staatenbündnisses war bei
einem Ministertreffen zumindest virtuell mit dabei: die Ukraine.

Düsseldorf (dpa) - Um gegen Cyberangriffe besser gewappnet zu sein,
wollen sich die G7-Staaten künftig intensiver untereinander
austauschen. Ein zweitägiges Treffen der Digitalminister dieser
sieben demokratischen Industriestaaten begann am Dienstag in
Düsseldorf. Im Fokus stand die Verbesserung der sogenannten
Cyberresilienz, also der Widerstandsfähigkeit gegen Attacken
im Internet. Eine gemeinsame Erklärung hierzu sollte am frühen
Dienstagabend vorgestellt werden.

Der Gastgeber der Veranstaltung, Bundesdigitalminister Volker Wissing
(FDP), wies zum Auftakt der Veranstaltung auf die Folgen des Kriegs
in Osteuropa für die Cybersicherheit hin. «Im Zusammenhang mit dem
Überfall Russlands auf die Ukraine hat natürlich auch die Cyberabwehr
besondere Bedeutung erlangt», sagte der Liberale. «Die Gefahr von
Angriffen ist gestiegen.» Daher sei es wichtig, Erfahrungen
international auszutauschen und Systeme zu optimieren.

Bei dem Gipfel gehe es auch um die Unterstützung der Ukraine. «Ich
habe den ukrainischen Kollegen gebeten, uns eine neue Liste zu
schicken mit den Dingen, die sie konkret brauchen», sagte der
FDP-Politiker. «Damit wir gemeinsam dafür sorgen können, dass
Hardware vorhanden ist.» Der für Digitales zuständige
ukrainische Minister Mykhailo Fedorow wurde bei dem Treffen als Gast
online zugeschaltet.

Bei dem G7-Treffen in Düsseldorf ging es um die Frage, wie die sieben
Staaten bei der Cybersicherheit und anderen Internetthemen stärker an
einem Strang ziehen können. Deutschland hat in diesem Jahr den
Vorsitz der G7. In der Gruppe sind außerdem die USA, Kanada, Italien,
Frankreich, Großbritannien und Japan. Auch EU-Wettbewerbskommissarin
Margrethe Vestager kam nach Düsseldorf.

Der Industrieverband BDI hatte zuvor bereits eine engere
Zusammenarbeit unter den G7 bei Digitalpolitik und Cybersicherheit
gefordert. «Der Krieg in der Ukraine ist der Weckruf für eine
stärkere digitale Souveränität der G7», sagte BDI-Präsident Siegf
ried
Russwurm. Für die G7-Staaten sei es jetzt wichtig, die strategische
Abhängigkeit von autoritären Staaten massiv zu verringern.

Auch der Digitalverband Bitkom meldete sich abseits des Treffens zu
Wort. «Die Cyberangriffe im Vorfeld und Verlauf des Kriegs zeigen die
Verwundbarkeit unserer Gesellschaften», sagte Präsident Achim Berg in
einer Mitteilung. «Die Attacken, etwa auf kritische Infrastrukturen,
können nur schwer den tatsächlichen Tätern zugeordnet und geahndet
werden.» Es fehlten gemeinsame Regeln und Normen, um staatliche
Handlungen im Cyberraum bewerten zu können.



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