Mindestens sechs Migranten bei Brand in zyprischen Lager verletzt

11.05.2022 08:47

Nikosia (dpa) - Bei einem Brand in einem völlig überfüllten
zyprischen Registrierungslager für Migranten sind mindestens sechs
Menschen verletzt worden. Wie die zyprische Polizei am Mittwoch
mitteilte, erlitten sie Verbrennungen und wurden in Krankenhäuser in
der nahegelegenen Hauptstadt Nikosa gebracht. Die Verletzten stammen
demnach aus Nigeria. Die Feuerwehr suche nach den Ursachen des
Brandes, der in den frühen Morgenstunden ausbrach, berichtete der
staatliche Rundfunk.

In dem größten zyprischen Flüchtlingslager von Pournara verschlimmert

sich die Lage immer mehr: Der Präsident des EU-Mitgliedslandes
Zypern, Nikos Anastasiades, sprach bei seinem jüngsten Besuch des
Camps Mitte März von «tragischen Zuständen». Das Lager ist eigentli
ch
für 1000 Menschen gedacht. Inzwischen leben dort doppelt so viele.
Migranten monieren, es gebe gewaltige Probleme mit dem Essen und mit
der Wasserversorgung.

Die meisten Flüchtlinge werden von Schleuserbanden aus der Türkei in
den Norden der Mittelmeerinsel gebracht, der von türkischen Truppen
besetzt ist. Anschließend werden sie durch nicht gut bewachte Stellen
der Trennungslinie in den Süden befördert. Zypern ist seit 1974 in
einen größeren griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen
türkisch-zyprischen Teil im Norden geteilt. Nur die Türkei erkennt
Nordzypern als Staat an.



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