Nachhaltigkeit im Netz: Die G7 wollen Digitalisierung «grüner» machen

11.05.2022 16:40

Das Internet wird immer wichtiger im Alltag, der Stromverbrauch für
digitale Anwendungen ist hoch. In Sachen Klimaschutz ist das eine
großer Nachteil. Die G7 wollen nun daran arbeiten, um
die Digitalisierung auf Klimakurs zu bringen.

Düsseldorf (dpa) - Um den ökologischen Fußabdruck in der
Digitalisierung zu verkleinern, wollen die G7-Staaten künftig stärker
auf Aspekte der Nachhaltigkeit achten. «Wir dürfen nicht den Fehler
wiederholen, den wir bei der Industrialisierung begangen haben, dass
man die Nachhaltigkeit hinten angestellt hat», sagte
Bundesdigitalminister Volker Wissing (FDP) zum Abschluss eines
Treffens von G7-Ministern am Mittwoch in Düsseldorf. Stattdessen
müssten Themen wie das Recyceln von Hardware, der Schutz von
Rohstoffen oder die Senkung des Energieverbrauchs betrachtet werden.

«Beispielsweise neigen wir dazu, dass wir unser Essen fotografieren»,
sagte der FDP-Politiker. «Und wenn man sich die Zahl der Fotos von
Essen anschaut weltweit, kommt man auf einen enormen
Energieverbrauch.» Man müsse sich die Frage stellen, ob das wirklich
notwendig sei. Insgesamt solle das Thema der Energieknappheit stärker
ins Bewusstsein der Menschen gebracht werden. Aber auch bei
technologischen Geräten solle künftig mehr auf den Stromverbrauch
geachtet werden.

«Wir müssen an den Klimawandel denken», bekräftigte Japans
Digitalministerin Karen Makishima. «Das müssen wir global denken, das
kann kein einziges Land alleine lösen.» Jedes Land könne seine beste

Technologie, die es habe, zur Verfügung stellen, um eine grüne
Zukunft zu sichern.

Zur «Gruppe der 7» gehören neben der Bundesrepublik die anderen
großen demokratischen Industriestaaten USA, Kanada, Großbritannien,

Frankreich, Italien und Japan. Deutschland hat derzeit den Vorsitz
der Gruppe, daher ist Bundesminister Wissing der Gastgeber der
Veranstaltung im Rheinland. Japan wird 2023 den Vorsitz übernehmen.

Wissing und Makishima stellten außerdem eine G7-Abschlusserklärung
vor, in der die sieben Staaten auch in Sachen Internet
den Schulterschluss mit der Ukraine üben. In dem Dokument werden
Russlands «böswillige Cyberaktivitäten, Informationsmanipulation,
Einmischung und Online-Desinformationskampagnen» verurteilt.
Gemeinsam wolle man dagegen vorgehen, heißt es von den G7.

«Vor allen Dingen, weil der Krieg eben nicht nur auf dem Boden der
Ukraine stattfindet, sondern auch im Internet», sagte Wissing. Daher
wollen die G7-Staaten der Ukraine mit Hardware unter die Arme
greifen, um die dortige Cybersicherheit zu erhöhen. Was genau für
Technik geschickt wird, ist noch unklar. Der ukrainische Amtskollege
Mykhailo Fedorow, der bei dem Treffen online zugeschaltet war, habe
angekündigt, eine Liste zu schicken mit dem Bedarf an Hardware. Wann
diese Liste kommen wird und wann dann Technik in die Ukraine
geschickt wird, ist noch unklar.



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