Landesgrüne verteidigen Verschiebung von EU-Regeln zur Fruchtfolge

12.05.2022 18:20

Schwerin (dpa/mv) - Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Schweriner
Landtag, Harald Terpe, hat die vom Bund geplante spätere Umsetzung
von EU-Regeln zur Fruchtfolge gegen Kritik von
Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) verteidigt. «Es ist eine
schwierige Abwägung, auf welche Weise wir der durch den Krieg
drohenden Nahrungsmittelknappheit begegnen», sagte Terpe am
Donnerstag in Schwerin. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir
(Grüne) habe sich für eine nachvollziehbare Variante mit verlängertem

Weizenanbau entschieden und bekomme dafür Unterstützung durch die
Landwirte.

Backhaus sieht in den EU-Plänen, die eigentlich ab 2023 greifen
sollen, einen wichtigen Beitrag, «um den Hunger in der Welt
abzumildern und gleichzeitig Monokulturen vermeiden». Die
Landwirtschaftsbetriebe bräuchten zudem endlich Planungssicherheit.
Mit Blick auf Özdemir sagte Backhaus: «Flächen einerseits nur für
Tierfutter zu nutzen und gleichzeitig an anderer Stelle wertvolle
Böden weiter auszubeuten, ist ein Irrweg.»

Özdemir setzt sich angesichts angespannter Getreidemärkte wegen des
Ukraine-Krieges dafür ein, EU-weite Vorgaben für den Wechsel von
Ackerpflanzen zu verschieben. Konkret geht es um 2023 greifende
EU-Vorgaben, wonach der Anbau derselben Ackerpflanze zwei Jahre in
Folge auf derselben Fläche zum Bodenschutz grundsätzlich nicht mehr
möglich ist. In der Regel müsste dann nach Weizen im Folgejahr etwa
Mais oder Raps angebaut werden. Infolge des Krieges in der Ukraine,
die ein wichtiger Weizenexporteur ist, sind die internationalen
Märkte angespannt, und die Preise steigen. Zudem gehen Energie- und
Düngerkosten hoch.



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