Scholz fordert «Mashall-Plan» für den Wiederaufbau der Ukraine

22.06.2022 15:47

Berlin (dpa) - Bundeskanzler Olaf Scholz hat einen «Marshall-Plan»
für den Wiederaufbau der kriegszerstörten Ukraine gefordert. In
seiner Regierungserklärung im Bundestag sagte er am Mittwoch, dass
ihn bei seinem Besuch in der Ukraine vergangene Woche manches an die
Bilder deutscher Städte nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert habe.
«Und wie damals das kriegszerstörte Europa braucht heute auch die
Ukraine einen Marshall-Plan für den Wiederaufbau.»

Mit dem Marshallplan förderten die USA zwischen 1948 und 1952 mit
vielen Milliarden US-Dollar den Wiederaufbau in Deutschland und
anderen europäischen Staaten. Scholz hatte sich vergangene Woche in
der Ukraine ein Bild von der Lage in der Ukraine gemacht und unter
anderem den teilweise zerstörten Kiewer Vorort Irpin besichtigt. «Das
Ausmaß der Zerstörung ist enorm», sagte er im Bundestag.

Seit Kriegsbeginn habe die Europäische Union bereits Mittel in
Milliardenhöhe mobilisiert, Deutschland sei vorne mit dabei. «Aber
wir werden viele weitere Milliarden Euro und Dollar für den
Wiederaufbau brauchen - und das über Jahre hinweg. Das geht nur mit
vereinten Kräften.»

Um die Hilfe zu organisieren will Scholz im Rahmen der deutschen
G7-Präsidentschaft eine internationale Expertenkonferenz einberufen.
Man müsse sich darüber verständigen, welche Investitionen die Ukraine

am schnellsten voranbringen auf ihrem europäischen Weg, sagte der
SPD-Politiker.



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