Johnson spielt Streit mit EU über Nordirland-Protokoll herunter

22.06.2022 21:11

London (dpa) - Der britische Premierminister Boris Johnson hat den
Streit mit der EU über eine von seiner Regierung geplante Aushebelung
der Brexit-Vereinbarungen für Nordirland heruntergespielt. Die Kritik
aus Brüssel daran bezeichnete er im Gespräch mit der «Süddeutschen

Zeitung» (Donnerstag) und anderen europäischen Blättern als «sehr
moderat». Alle Beteiligten hätten Interesse daran, «kreative und
pragmatische» Lösungen zu finden - auch er selbst. Johnson fügte
hinzu: «Ich habe dieses Ding doch selber unterschrieben.»

Die konservative Regierung aus London hatte vergangene Woche einen
Gesetzentwurf vorgelegt, der ihr die einseitige Aufhebung der
Vereinbarungen aus dem sogenannten Nordirland-Protokoll ermöglichen
soll. Aus Brüssel kamen Proteste und die Ankündigung, mehrere
Vertragsverletzungsverfahren voranzubringen. Johnson gab sich davon
jedoch unbeeindruckt.

Großbritanniens künftige Rolle in Europa verglich der Premierminister
mit der eines fliegenden Strebepfeilers in der gotischen Architektur,
der außerhalb des Gebäudes liegt. «Fliegende Pfeiler sind
extravagant, und sie sind wunderschön, und sie stützen das Gebäude
von außen.



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