Litauen will Kaliningrad-Streit beim EU-Gipfel ansprechen

23.06.2022 10:55

Vilnius (dpa) - Litauens Staatschef Gitanas Nauseda will beim
EU-Gipfel den Streit mit Russland wegen der Transitbeschränkungen z
ur
Ostsee-Exklave Kaliningrad ansprechen. «Der Präsident wird dieses
Thema zur Sprache bringen, weil es ein aktuelles Thema in unserem
Leben ist und weil Russland Litauen, das EU-Sanktionen umsetzt, mit
einer ganzen Reihe von Vergeltungsmaßnahmen gedroht hat», sagte seine
außenpolitische Beraterin der Agentur BNS in Vilnius. 

«Unserer Meinung nach wäre es richtig zu sagen, dass dies eine
Angelegenheit der EU ist - nicht Litauens, sondern der EU als Ganzes.
Und dass die EU solidarisch ist, wenn es um die Umsetzung der
Sanktionen geht», sagte Nausedas Beraterin am Donnerstag vor einem
Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. 

Litauen hatte am Samstag den Transit von Waren, die auf der
EU-Sanktionsliste stehen, über sein Territorium in das Gebiet um das
frühere Königsberg untersagt. Nach Kaliningrader Darstellung betrifft
das 40 bis 50 Prozent aller Transitgüter, darunter Baumaterialien und
Metalle. Russland hatte die Beschränkungen als «illegal» kritisie
rt
und drohte Gegenmaßnahmen gegen das baltische EU- und Nato-Land an.



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