Norwegen und EU wollen Energiezusammenarbeit weiter verstärken

23.06.2022 17:19

Brüssel (dpa) - In ihrem Streben nach weniger Abhängigkeit von
russischem Gas will die Europäische Union ihre bereits enge
Energiezusammenarbeit mit Norwegen weiter ausbauen. Unter anderem
wollen die EU und das skandinavische Land Möglichkeiten prüfen, wie
die norwegischen Gaslieferungen sowohl kurz- als auch langfristig
erhöht werden können. Das vereinbarten der EU-Kommissionsvize Frans
Timmermans, EU-Energiekommissarin Kadri Simson und der norwegische
Öl- und Energieminister Terje Aasland am Donnerstag auf einem Treffen
in Brüssel.

Man sei sich einig, dass die Bedeutung der norwegischen Öl- und
Gasproduktion für die europäische Energiesicherheit durch Russlands
Angriffskrieg gegen die Ukraine weiter zugenommen habe, hieß es in
einer gemeinsamen Erklärung, die die norwegische Regierung im
Anschluss an das Treffen veröffentlichte. Norwegen sei in den
vergangenen 50 Jahren ein sicherer und umsichtiger Lieferant von Öl
und Gas nach Europa gewesen und verfüge über beträchtliche
verbleibende Öl- und Gasressourcen. Damit könne das Land durch
weitere Exploration, neue Funde und Felderschließungen auch
langfristig über 2030 hinaus ein Großlieferant bleiben.

Norwegen als größter Öl- und Gasproduzent Westeuropas trägt der
Erklärung zufolge erheblich zur europäischen Energiesicherheit bei,
indem es mit seinen Lieferungen schätzungsweise ein Viertel des
gesamten Gasverbrauchs der 27 EU-Mitgliedstaaten abdeckt. Das Land
ist anders als seine nordischen Partner Dänemark, Schweden und
Finnland kein Mitglied der EU, dafür aber als Teil des Europäischen
Wirtschaftsraums (EWR) eng mit der Union verbunden.



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